Da gab es mal einen „Wetterfrosch“ im Fernsehen, der uns fast tagtäglich auf charmante Weise selbst die schlechtesten Prognosen herüber brachte.

Irgendwie sah er immer etwas zerfleddert aus, der Drei-Tage-Bart, die locker gebundene Krawatte, das lässige Sako…

Und dann wird dieser Mensch wegen des Verdachts der Vergewaltigung festgenommen und in den Knast gesteckt. Ein gefundenes Fressen für die Klatschpresse, immer mehr pikante Details werden ausgepackt. Und immer mehr Frauen finden sich, die im Schlepptau des prominenten Moderators hintergangen wurden.

Irgendwann begann auch der Prozess. Und natürlich durften Zeugen, vornehmlich die Ex-Geliebten, nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt werden. Zum Schutz der Privatsphäre.

Was soweit auch ok ist, den vermeintlichen Opfern gehört halt ein solcher Schutz.

Im Fall Kachelmann bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher, ob dieser Schutz nicht eher dem Schutz der Exklusiv-Rechte für Bunte und Co. gehört.
Denn was vor Gericht eigentlich geschützt werden soll, plauderten diverse Zeugen dann breit und umfangreich in der Presse aus.

Ich kann nicht beurteilen, ob der Mann schuldig ist oder nicht. Es bestehen zumindest berechtigte Zweifel am Vorwurf.

Und mit dem ganzen Theater drumherum kann es in meinen Augen eigentlich nur ein Urteil geben, nämlich einen Freispruch. Wer glaubt, dass in diesem Prozess noch die Wahrheit gefunden wird, der ist wohl sehr optimistisch. Dumm nur, wenn er es dann wirklich war…

Auf jeden Fall ist diese Farce kein gutes Zeugnis für die Mannheimer Justiz und hat sich schön von den grossen Medienkonzernen zum Depp machen lassen.